Maienrede 1998

 

Schon seit langem steht es fest, 
heut soll sein das Maienfest.
Doch lasst mich erst begrüßen alle Einwohner und Gäste
die unser Fest hier froh vereint,
noch stehen wir unter des Maibaum´s Äste
der weit in unsere Flur hin scheint.
 
So wie auch im letzten Jahr,
fuhr unsere ganze Burschenschar 
zu des Grasses Höhen,
weil dort die schönsten Tanne stehen.
 

Mit geleerten Flaschen und Gesang,

kamen wir zeitig im Walde an.

Dann ruhten wir noch eine Stunde lang, bis der Förster endlich kam

und die Suche nach einer schönen Tanne begann.

Nach langem hin und her, gefiel uns eine Tanne sehr.

Wir sägten sie behutsam ab und voller Erstaunen stellen wir fest,

die Krone war nicht abgenackt.

Nachdem uns der erste Baum nicht zerbrochen,

sind wir wieder aus dem Wald gekrochen.

Mit 26 Metern ist sie ein prächtiges Stück,

ihr seht ja selbst wir hatten Glück!

Zusammen mit vereinter Kraft haben wir sie aus dem Wald geschafft.

 

Mit Tanne dann gingen wir auf Tour,

doch an der ersten Kurve stellte sich kurzzeitig ein Verkehrsschild stur.

Weiter ging es nach Rockstedt, wo wi bei Speisen und Gesang

aushielten zwei Stunden lang.

Da es dieses Jahr nur eine Tanne war,

waren die Brätel noch nicht gar.

Voller Freude auf das Essen haben wir der Wirtin eine Birke beigemessen.

Ein paar Hüte gingen verloren in dieser Schar,

doch ihre Besitzer ließen sich nicht lumpen und zahlten in bar.

Diese Rast hat uns sehr gefallen, 
denn man hörte unsere Lieder durch ganz Rockstedt schallen.

Da wir auch dieses Jahr die schnellsten wollten sein,

holten wir die Tottleber Burschen ein.

 

Endlich zu Hause angekommen,

haben wir das Tanne stellen in Angriff genommen.

Mit neuen Stangen ist es wie von selbst gegangen.

Mit den Gesang unserer Mädchen  und aus eigener Kraft

heben wir es dann geschafft!

 

Nach altem Brauch stand nun das Schreiben an nächster Stelle,

dabei tranken wir so manche Helle!

Vom Bier und Schnaps besessen,

hat ein Bursche den Namen seines Mädchens vergessen.

Dieses Jahr sah es nicht ganz so gut aus,

denn mehrere Burschen gingen  ohne Mädchen nach Haus.

Das Birke holen war wie im letzten Jahr nicht nach unseren Geschmack,

denn sie waren schon wieder abgehackt.

Aber das Birken holen ist glatt gelaufen,

deshalb konnten wir vor dem Kutsche schmücken noch einen saufen.

Es kam alle pünktlich nach Haus,

nur ein Vorstandsbursche kam zum Kutsche schmücken gar nicht heraus!

 

Am Sonntagmorgen zum Umzuge dann,

zogen wir uns ganz festlich an.

Die von unseren Bäckermeister  herbeigeholte Kapelle,

war bei jeden Ständchen dann auch zur Stelle.

Beim Mittagsständchen sahen wir voller Schreck,

bei Sissi war doch glatt eine Birke weg!

Die Ständchen haben sicher recht gut gefallen,
denn wir bekamen reichlich Lob und Gaben von allen.

 

Wie immer, so auch in diesem Jahr,

stellten wir eine kleine Pferdeschar.

Ein Burschenvater hat ein Pferd mit den Fuß gewogen

Und dabei den Kürzeren gezogen.

Die meiste Freude hat uns beschert,

ein Pfingstmädchen mit kurzem Rock auf dem Pferd.

Die Ständchen haben uns so betört,

drum haben die Burschen den Startschuss zum Abreiten nicht gehört!

Als dann der zweite Startschuss fiel,

waren die ersten zwei längst schon im Ziel.

Der Umzug kostete uns sehr viel Kraft,

trotzdem haben wir es noch vor dem Gewitter geschafft.

 

Wir brachten unsere Pferde nach Haus,

und sahen zum Tanze sehr festlich aus.

Bei Musik war am Abend noch viel los,

die Stimmung der Gäste war grandios!

Auch diesmal war der Platz auf dem Saal knapp bemessen,

deshalb haben wir wieder auf der Galerie gesessen.

Auch hier oben war der Platz recht rar,

denn wir waren die bisher größte Schar.

 

Beim Frühschoppen ging es mit den Seilerstädtern richtig lustig zu

und wir leerten manches Glas im Nu.

Alle Künstler und Solisten haben sicher gut gefallen,

denn man hörte sie bis auf die Straße schalen.

 

Um unser Pfingstfest auch im Bilde festzuhalten,

ließen wir auch dieses Jahr einen Profi Blitzer wallen.

Er knipste am laufenden Band,

wodurch eine Vielzahl schöner Bilder entstand!

 

Auch zum Abendschmaus blieb keiner zu Haus.

und beim Rausmarsch von Sissi zu Saale dann 
stimmten wir ein schönes Liedchen an.

Auch zur Nachfeier ging es wieder rund,

und es wurde gefeiert bis zur späten Abendstund.

Bei Sissi in der Schenke bei gemütlichen Plausch,

klang für uns das Pfingstfest langsam aus.

 

Alles in allem kann ich wohl sagen, 
wir haben das Pfingstfest wie immer recht gut vertragen. 
Außer zwei ehemalige Pfingstvorstandsburschen,
die haben Pfingsten nicht genossen.
Sie standen ganz Pfingsten voller Trauer,
vor der alten Friedhofsmauer.
 
Zum Schluss möchte ich nicht versäumen, allen Leuten Dank zu sagen
die mit ihrem Schwung und ihren Gaben zum gelingen des Festes haben beigetragen.
 
Vielen Dank der Agrargenossenschaft, dem Bestattungsinstitut Wicki, Herrn Hermann Josef Eckes
und der Kapelle und den Burschenvätern auf alle Fälle
kurz jeden dem hier Dank gebührt, fühle sich hiermit geehrt.
 

Bevor wir nun das Tanzbein schwingen,

wollen wir den Maibaum zum Falle bringen.

Vor Wochen stand er noch in voller Pracht,

doch niemand hat an sein Ende gedacht.

Nach altem Brauch, da hilf ihm kein Streben,

er muss sich dem Axtschlag der Pfingstburschen

 

Im nächsten Jahr werden wir wieder hier stehen

Und an seiner Stelle ein noch schönerer stehen.

 

Lasst nun fröhlich die Musik erscheinen,

unsere Maibaum, er soll fallen!!!