Maienrede 1999

 

Schon seit langem steht es fest, heut soll sein das Maienfest.
Doch lasst mich erst begrüßen alle Einwohner und Gäste
die unser Fest hier froh vereint,
noch stehen wir unter des Maibaum´s Äste
der weit in unsere Flur hin scheint.
 
So wie auch im letzten Jahr
fuhr unsere ganze Burschenschar zu des Grasses Höhen
weil dort die schönsten Tanne stehen.
 
Mit geleerten Flaschen und Gesang kamen wir im Walde an.
Wir ruhten noch eine Stunde lang, bis der Förster endlich kam
und unsere Suche nach einer schönen Tanne begann.
 
Nach langem hin und her gefiel uns eine Tanne sehr.
 
Wir haben recht behutsam gesägt, doch zu unser aller Schrecken,
blieb die Tanne in einer Eiche stecken.
Wir mussten sehr mit der Eiche ringen,
um unsere Tanne zu Boden zu bringen.
 
Mit 24 Metern war sie zu diesem Zeitpunkt noch ein prächtiges Stück
aber wie Ihr wisst verließ uns das Glück.
Zusammen mit vereinter Kraft haben wir sie aus dem Wald geschafft.
 
In Rockstedt angekommen haben wir nur zwei Kästen Bier bekommen.
Unsere Pfingstwirtin hat sich ein Herz ergriffen und die Drahtzieher verpfiffen.
Voller Freude auf das Essen haben wir der Wirtin eine Birke beigemessen.
 
Diese Rast hat uns sehr gefallen, denn man hörte unsere Lieder durch ganz Rockstedt schallen.
Einen Burschen ist dass Mittag nicht bekommen, er hat das Essen wieder mit auf´s Klo genommen.
und bei der nächsten Reisepause, ihr glaubt es nicht, fiel einem anderen Burschen das Essen aus dem Gesicht.
 
Ein FIAT Fahrer war von Schumi besessen und wollte sich mit unserer Tanne messen.
 
Endlich zu Hause angekommen haben wir das Tanne stellen in Angriff genommen.
 
Mit großen Schwung und 40mal Burschenkraft
haben wir unsere erste Tanne zu nichte gemacht.
 
Zu aller Entsetzen mussten wir sehen, der Stamm blieb ohne Krone stehen.
Was beim Tanne stellen geschehen
wird wohl in die Pfingstgeschichte eingehen.
 
Nach diesem Schock haben wir uns besonnen und das erste Maienfest in Angriff genommen.
 
Die Entscheidung war schnell klar, eine neue Tanne holt die Burschenschar.
 
Auch die Altburschen mussten wir nicht lange bitten,
sie sind sofort mit in den Wald geritten.
 
Als einziger wollte unser Nachläufer nicht mehr,
so stellte er sich einfach auf der Straße quer.
 
Der Förster war nicht zu erreichen,
so mussten wir uns heimlich in den Wald rein schleichen.
 
Ohne großes hin und her lag ruck zuck eine Tanne quer.
 
In Rekordzeit zu Hause angekommen
wurden wir euphorisch von den Kirchheilingern und der Kapelle in Empfang genommen.
 
Beim zweiten Stellen gingen wir behutsam zur Sache
damit es nicht noch einmal krache.
Mit dem Gesang unserer Mädchen und mit weniger Kraft haben wir es dann endlich geschafft.
 
Verspätet aber dennoch angekommen haben wir das Schreiben in Angriff genommen.
Von Bier und Schnaps besessen hat der Vorstand ein Mädchen vergessen.
 
Dieses Jahr sah es fast gut aus nur ein Bursche ging ohne Mädchen aus.
 
Als die Burschen in den Wald gekrochen haben die Mädchen böses verbrochen.
Das Saubermachen war nicht famos und dann ging auch noch eine Schlägerei unter den Damen los.
 
Ein Bursche hat es nicht geschafft die Birke zu holen aus eigener Kraft.
Einem Vorstandsburschen ist es fast schlecht ergangen denn kurzzeitig ist ihm seine Birke verloren gegangen.
 
Es kamen alle zeitig nach Haus
trotzdem kamen zum Kutsche schmücken nicht alle pünktlich heraus.
 
Am Sonntagmorgen zum Umzuge dann zogen wir uns alle festlich an.
Die Eichsfelder Musikkapelle
war bei jedem Ständchen zur Stelle.
 
Wie immer so auch in diesem Jahr stellten wir eine kleine Pferdeschar.
 
Schon zum Mittagsständchen stellten wir fest,
dass die Pünktlichkeit uns verlässt.
Einige Burschen hat das Leben schon fast verlassen, sie mussten sich am Nachmittag im Bett zur Ruhe lassen.
Die Ständchen haben sicher recht gut gefallen,
denn wir bekamen reichlich Lob und Gaben von allen.
 
Wir brachten unsere Pferde recht spät nach Haus
und sahen zum Tanze festlich aus.
Bei Musik war am Abend noch viel los, die Stimmung der Gäste war grandios.
 
Auch diesmal war der Platz auf dem Saal knapp bemessen,
deshalb haben wir wieder auf der Galerie gesessen.
Auf der Galerie war der Platz recht rar,
denn wir waren die bisher größte Schar.
 
Einen hat der Sonntag recht gut gefallen
drum lies er abends um neun den Kopf auf die Tischkante fallen.
 
Beim Frühschoppen ging es mit den Seilerstädtern richtig lustig zu
und wir leerten manches Glas im nu.
Ein Lied hat uns besonders in den Bann gezogen
drum haben wir alle Tische angehoben.
 
Auch zum Abendschmaus blieb keine zu Haus,
und beim Rausmarsch von Sissi zu Saale dann 
stimmten wir ein schönes Liedchen an.
 
Zur Nachfeier ging es wieder rund und es wurde gefeiert bis zu späten Abendstund.
Bei Sissi in der Schenke und beim gemütlichen Plausch
klang  für uns das Pfingstfest dann langsam aus.
 
 
Alles in allem kann ich wohl sagen, 
wir haben das Pfingstfest wie immer recht gut vertragen. 
 
Zum Schluss möchte ich nicht versäumen, allen Leuten Dank zu sagen
die mit ihrem Schwung und ihren Gaben zum gelingen des Festes haben beigetragen.
 
Vielen Dank der Agrargenossenschaft, dem Bestattungsinstitut Wicki, Herrn Eckes, den Altburschen sowie der Kapelle 
und den Burschenvätern auf alle Fälle
kurz jeden dem hier Dank gebührt, fühle sich hiermit geehrt.
 
Bevor wir nun das Tanzbein schwingen,
wollen wir den Maibaum ein zweites Mal zu Falle bringen.
Vor Wochen stand er noch in voller Pracht, 
doch niemand hat an sein Ende gedacht.
 
Nach altem Brauch hilft ihm kein Sträuben,
er muss sich dem Axtschlag der Pfingstburschen beugen.
 
Im nächsten Jahr werden wir vereint hier stehen 
und an seiner Stelle einen noch schöneren sehen.
 
Lasst nun fröhlich die Musik erschallen unser Maibaum er soll fallen.