Maienrede 2000

 

Schon seit langem steht es fest, heut soll sein das Maienfest.
Doch lasst mich erst begrüßen alle Einwohner und Gäste
die unser Fest hier froh vereint,
noch stehen wir unter des Maibaum´s Äste
der weit in unsere Flur hin scheint.

 

So wie auch im letzten Jahr,

fuhr unsere ganze Burschenschar

zu den Grasses Höhen,

weil dort die schönsten Tannen stehen.

 

Doch bevor unsere lustige Reise beginnt,

mussten die Pfingstburschen erst alle zum Busanschieben ran!

Unser neuer Pfingsttannenchauffeur lachte nicht lange,

denn er hatte mit seinen Traktor im Wald dann auch eine Panne.

 

Mit geleerten Flaschen und Gesang kamen wir zeitig im Walde an.

Wir ruhten noch eine Stunde lang, bis der Förster endlich kam

und die Suche noch einer schönen Tanne begann.

 

Nach langem hin und her, gefiel uns eine Tanne sehr.

Wir sägten sie behutsam ab und voller schrecken stellen wir fest,

die Krone war abgeknackt!

Nachdem uns dieser Baum zerbrochen,

sind wir noch tiefer in den Wald gekrochen.

Fort haben wir dann einen anderen gefunden,

dieser war nach dem Fällen nicht ganz so zerschunden.

 

Mit 28  Metern ist er ein prächtiges Stück,

ihr seht ja selber wir hatten Glück!

Doch unser Pfingstbaum war sehr schwer,

drum konnten die Burschen beizeiten nicht mehr.

Nach einer kleinen Pause und mit vereinter Kraft,

haben wir ihn dann doch noch aus dem Wald geschafft.

 

Weiter ging es nach Rockstedt, wo wir bei Speisen und Gesang,

aushielten zwei Stunden lang.

Voller Freude auf das Essen,

haben wir der Wirtin auch dieses Jahr eine Birke beigemessen.

 

Diese Rast hat uns sehr gefallen,

denn man hörte unsere Lieder doch ganz Rockstedt schallen.

Nach unserer schönen Rast hat ein Burschenvater in Gundersleben den

Anschluss an die Heimfahrt verpasst.

Doch dieser hatte sich schnell besonnen und ist uns hinterher gekommen.

Auch dieses Jahr war ein Autofahrer von Schumi besessen,

und wollte sich mit unserer Tanne messen.

 

Endlich zu Hause angekommen,

haben wir das Tanne stellen in Angriff genommen.

Beim Stellen der kleinen Tanne ei Sissi dann,

legte sich ein Pfingstbursche mit unserem Nachläufer an.

Diesen Wettkampf  hat er nicht gewonnen

ond stattdessen eine Beule bekommen.

 

Beim Stellen der großen Tanne dann,

gingen wir es behutsamer als im vergangenen Jahr an.

Mit Schwung und 45-facher Burschenkraft

haben wir Sie nach einiger Zeit zum stehen gebracht.

 

Nach altem Brauch stand nun das Schreiben an nächster Stelle,

dabei tranken wir so manche Helle!

Das Tanzen auf den Tischen im Sportlerheim ist nicht angebracht,

denn sie sind nicht stabil genug und es ist einer zusammengekracht.

Dieses Jahr sah es sehr gut aus,

denn kein Bursche ging ohne Mädchen aus.

 

Um diese Millennium- Pfingstfest in Erinnerung zu behalten,

hat jeder ein T-Shirt erhalten.

 

Beim Birken holen ereilte uns ein neuer Schreck,

denn die Vorstandsbirken waren weg! 

Mit viel Glück und Instinkt fanden wir sie jedoch geschwind.

Ein Bursche befand im Dorflampenschein, seine Birke war kaputt und viel zu klein,

drum tauschte er sie kurzer Hand gegen eine schönere ein.

Doch er blieb nicht unentdeckt und hat den Hausherrn aufgeweckt.

Dieser hat nicht lange nachgedacht

und eine neue Birke aus dem Wald beschafft.

 

Es waren alle zeitig zu Haus,

trotzdem kamen zum Kutsche schmücken nicht alle pünktlich heraus.

 

Am Sonntagmorgen zum Umzuge dann,

zogen wir uns alle festlich an.

Wie immer, so auch in diesem Jahr stellten wir eine kleine Pferdeschar.

Ein Pferd hatte sich jedoch beim Transport verletzt

und wurde durch einen viel kleineren Haflinger ersetzt.

Die Eichsfelder Musikkapelle war bei jedem Ständchen zur Stelle.

 

Die Pferde brachten länger als wir beim Mittagessen,

da haben wir Sissi ein Ständchen ohne Pferde beigemessen.

Ein Vorstandsbursche war vom Alkohol dann so bedattelt,

drum ist er exzellent notabgesattelt. 

 

Die Ständchen haben sicher gut gefallen,

denn wir bekamen reichlich Lob und Gaben von allen.

Wir brachten unsere Pferde recht spät nach Haus,

und sahen zum Tanze sehr festlich aus.

Bei Musik war am Abend noch viel los,

die Stimmung der Gäste war grandios!

 

Auch diesmal war der Platz auf dem Saal knapp bemessen,

deshalb haben wir wieder auf der Galerie gesessen.

Hier war ebenfalls der Platz recht rar, denn wir waren die bisher größte Schar.

 

Ein Vorstandsbursche wollte eine Heimfahrt erzwingen

und musste beinahe eine Nacht in Uffhoven verbringen.

Dort bettelte er eine Stunde lang,

bis er endlich wieder nach Hause kam.

 

Beim Frühschoppen ging es mit den Seilerstädtern richtig lustig zu

und wir leerten manches Glas im Nu.

Um das letzte unserer T-Shirts zu bekommen,

hat unsere Bürgermeister sogar einen Striptease in Kauf genommen.

 

Auch zum Abendschmaus blieb keiner zu Haus.

Diesmal sollte beim Raus marsch von Sissi alles anders sein

und so trafen die Burschen und Mädchen getrennt am Saale ein.

Ein Vorstandsbursche war vom Alkohol bemessen

und wollte mit einer Bedienung Kräfte messen.

 

Zur Nachfeier ging es wieder rund

und es wurde gefeiert bis zur späten Abendstund.

Bei Sissi in der Schenke bei gemütlichen Plausch,

klang für uns das Pfingstfest langsam aus.

 

Alles in Allem kann ich wohl sagen ,

wir haben das Pfingstfest wie immer recht gut vertragen.

 

Zum Schluss möchte ich  nicht versäumen allen Leuten Dank zu sagen,

die mit ihren Schwung und ihren Gaben

zum Gelingen des Festes haben beigetragen.

 

Vielen Dank an die Agrargenossenschaft, dem Bestattungsinstitut Wicki,

Herrn Eckes, den Altburschen sowie der Kapelle

Und unseren treuen Burschenvätern auf alle Fälle.

 

Sie haben uns zu Pfingsten mit Rat und Tat zur Seite gestanden,

deshalb möchten wir uns zum Abschied bei Ihnen

mit einem kleinen Geschenk bedanken.

Damit diese schöne zeit ihnen unvergessen bleibt, haben wir uns gedacht,

ein hübsches Bildchen und eine Birke wäre hier angebracht.

 

Kurz jedem. Dem hier Dank gebührt, fühle sich hiermit geehrt!

 

Bevor wir nun das Tanzbein schwingen,

wollen wir den Maibaum zum Falle bringen.

Vor Wochen stand er noch in voller Pracht,

niemand hat an sein Ende gedacht.

Nach altem Brauch, da hilf ihm kein Streben,

er muss sich dem Axtschlag der Pfingstburschen beugen.

 

Im nächsten Jahr werden wir wieder hier stehen

Und an seiner Stelle ein noch schönerer stehen.

 

Lasst nun fröhlich die Musik erscheinen,

unsere Maibaum, er soll fallen.