Maienrede 2001

 

Schon seit langem steht es fest, heut soll sein das Maienfest.

Doch lasst mich erst begrüßen alle Einwohner und Gäste,

die unser Fest hier froh vereint.

Nun stehen wir unter des Maibaums Äste,

der weit in unsere Flur hin scheint.

 

So wie auch im letzten Jahr

fuhr unsere ganze Burschenschar zu den Grasses Höhen,

weil dort die schönsten Tannen stehen.

 

Dieses Jahr kamen wir nicht pünktlich weg denn unser

jüngster Burschen lag noch im Bett.

Das sollte uns nicht weiter wundern, denn er musste

am Freitag fünfzehn mal ins Loch hinunter.

Unser Traktor brauchte auch etwas länger,

eine Stunde später ging es dann endlich los mit unserem neu bereiften Hänger.

 

Kaum im Walde angekommen, hat uns der Förster in Empfang genommen. Wir brauchten nicht viel Zeit uns zu besinnen

und die suche nach einer schönen Tanne konnte beginnen.

 

Wir liefen von einem zum anderen Ort

denn eine schöne Tanne fanden wir nicht sofort.

Nach langem hin und her gefiel uns eine Tanne sehr

 

Wir haben den Wald dieses Mal sehr geschont

und nur einen Baum herausgeholt.

Mit 28 Metern ist sie ein prächtiges Stück,

ihr seht ja selbst wir hatten Glück.

Zusammen mit vereinter Kraft haben wir sie aus dem Wald geschafft.

Bei der kleinen hatten wir nicht so viel Glück, denn ein Bursche war so besoffen und hat beim fallen die Krone abgebrochen.

 

Weiter ging es nach Rockstedt, wo wir bei Speisen und Gesang

aushielten zwei Stunden lang.

Voller Freude auf das Essen,

haben wir der Wirtin auch dieses Jahr eine Birke beigemessen.

 

Diese Rast hat uns sehr gefallen,

denn man hörte unsere Lieder doch ganz Rockstedt schallen.

 

Auf dem Heimweg von Rockstedt, war eine Bedienung so benommen

und wollte mit nach Kirchheilingen kommen.

 

In Ebeleben hat ein Brummifahrer unsere Sonderechte nicht war genommen,

drum haben wir ein Verkehrsschild mitgenommen.

 

Unsere Pfingstmädchen bekamen von den ganzen Ärger nichts mit,

denn sie hielten zum Kindertanz den Pfingstnachwuchs fit.

 

Endlich zu Hause angekommen haben wir das Tanne stellen in Angriff genommen.

Mit dem Gesang unserer Mädchen und 30mal Burschenkraft

haben wir die Tanne  zum stehen gebracht.

 

Nach altem Brauch stand nun das Schreiben an nächster Stelle,

dabei tranken wir so manche Helle!

Das Tanzen auf den Tischen im Sportlerheim ist nicht angebracht,

denn es ist wieder einer zusammengekracht

 

Dieses Jahr sah es sehr gut aus,

denn kein Bursche ging ohne Mädchen nach Haus.

Die Stimmung zur Disco war sehr schön,

drum wollte keiner zum Birke holen gehen.

Ein Bursche hatte dafür nicht so viel Zeit,

denn er wollte noch nach Tottleben zu seiner Freundin-

und zu Fuß ist das ganz schön weit.

 

Eine Vorstandsbirke war so verzweigt,

drum hat sie sich ständig zu Boden geneigt.

 

Es waren alle zeitig zu Haus,

trotzdem kamen zum Kutsche schmücken nicht alle pünktlich heraus.

 

Am Sonntagmorgen zum Umzuge dann, zogen wir uns alle festlich an.

Wie immer, so auch in diesem Jahr stellten wir eine kleine Pferdeschar.

Die Eichsfelder Musikkapelle war bei jedem Ständchen zur Stelle.

Auf das Wetter war dieses Jahr nicht sehr verlass,

denn wir wurden so manches Mal nass.

 

Zur Mittagspause ging ein Graupelschauer nieder,

drum saßen wir bei Sissi etwas länger und sangen lustige Lieder.

Die Ständchen haben sicher gut gefallen,

denn wir bekamen reichlich Lob und Gaben von allen.

 

Wir brachten unsere Pferde pünklich nach Haus

und sahen zum Tanze sehr festlich aus.

Bei Musik war am Abend noch viel los,

die Stimmung der Gäste war grandios!

 

Auch diesmal war der Platz auf dem Saal knapp bemessen,

deshalb haben wir wieder auf der Galerie gesessen.

Einen Vorstandsburschen haben die Kräfte verlassen,

deshalb hat er ich zum schlafen hier nieder gelassen.

 

Der Vorabend steckte manchen noch sehr in den Knochen,

drum haben sie am Morgen auf dem Saalklo gebrochen.

Der Frühschoppen mit den Seilerstädtern war so gut wie lange nicht mehr

und es kamen sogar die Sundhäuser her.

Es ging wieder lustig zu

und wir leerten manches Glas im Nu.

Auch zum Abendschmaus blieb keiner zu Haus

und beim Rausmarsch von Sissi zum Saale dann

stimmten wir ein schönes Liedchen an.

 

Zur Nachfeier ging es wieder rund und es wurde gefeiert bis zur späten Abendstund.

Bei Sissi in der Schenke und beim gemütlichen Plausch,

klang für uns das Pfingstfest dann langsam aus.

 

Alles in Allem kann ich wohl sagen ,

wir haben das Pfingstfest wie immer recht gut vertragen.

 

Zum Schluss möchte ich  nicht versäumen allen Leuten Dank zu sagen,

die mit ihren Schwung und ihren Gaben

zum Gelingen des Festes haben beigetragen.

 

Vielen Dank an die Agrargenossenschaft, dem Bestattungsinstitut Wicki,

den Altburschen sowie der Kapelle

und unseren treuen Burschenvätern auf alle Fälle.

Kurz jeder, dem hier Dank gebührt, fühle sich hiermit geehrt!

 

Bevor wir nun das Tanzbein schwingen,

wollen wir den Maibaum zum Falle bringen.

Vor Wochen stand er noch in voller Pracht,

niemand hat an sein Ende gedacht.

 

Nach altem Brauch, da hilf ihm kein Streben,

er muss sich dem Axtschlag der Pfingstburschen beugen.

 

Im nächsten Jahr werden wir wieder hier stehen

und an seiner Stelle ein noch schönerer stehen.

 

Lasst nun fröhlich die Musik erscheinen, unsere Maibaum, er soll fallen.