Maienrede 2002

 

 

Schon seit langem steht es fest, heut soll sein das Maienfest. Doch last mich erst begrüßen alle Einwohner und Gäste die unser Fest hier froh vereint, noch stehn wir unter des Maibaums Äste, der weit in unsere Flur hinscheint.

 

So wie auch im letzten Jahr, fuhr unsre ganze Burschenschar zu des Grasses Höhn, weil dort die schönsten Tannen stehn.

 

Leider sind wir nicht rechtzeitig losgekommen, denn ein Vorstandsbursche war zu spät gekommen.

 

Mit Ikarus und mit Gesang kamen wir im Walde an. Unser Förster hat uns fast vergessen, denn er hat sehr lange am Frühstückstisch gesessen.

 

Dann haben wir uns schnell besonnen und die Suche nach einer schönen Tanne begonnen. Wir liefen von einem zum anderen Ort, denn eine schöne Tanne fanden wir nicht sofort.

 

Nach langem hin und her gefiel uns eine Tanne sehr. Man hörte die Axt sehr lange im Walde schallen denn unser Baum wollte einfach nicht fallen.

 

Auch dieses Jahr haben wir den Wald geschont und nur einen Baum herausgeholt. Mit 24 Metern ist sie ein prächtiges Stück ihr seht ja selbst wir hatten Glück. Mit 25 Burschen und vereinter Kraft haben wir sie aus dem Wald geschafft.

 

Auf der Fahrt nach Gundersleben zum Mittagessen, fiel uns auf, wir haben unsere jüngsten Burschen im Wald vergessen. In Gundersleben angekommen haben wir den Saal in Beschlag genommen, wo wir bei Speisen und Gesang aushielten drei Stunden lang.

 

Ein Bursche verschwand zum Rundgesang im Nu und legte sich neben den Gastwirt`s Hund zur Mittagsruh. Diese Rast hat uns sehr gefallen denn man hörte unsere Lieder durch ganz Gundersleben schallen.

 

Auf dem Heimweg fegte einem Vorschandsburschen der Wind um die Ohren dabei hat er seinen Hut verloren.

 

Unsere Pfingstmädchen bekamen von dem ganzen Spaß nichts mit denn sie hielten zum Kindertanz den Pfingstnachwuchs fit. Endlich zu Hause angekommen haben wir das Tanne stellen in Angriff genommen.

 

Mit dem Gesang unserer Mädchen und vereinter Burschenkraft haben wir sie zum stehen gebracht.

 

Nach altem Brauch stand das Schreiben nun an nächster Stelle, dabei tranken wir so manches Helle. Ein Tottleber Pfingstbursche war von den Röcken unserer Pfingstmädchen so verzückt und wollte nicht nach Tottleben zurück.

 

Beim Schreiben sah es diesmal nicht so gut aus denn zwei Pfingstmädchen gingen ohne Burschen nach Haus. Die Stimmung zum Schreiben war so schön denn es wollte keiner zum Birke holen gehen. Viele Pfingstburschen waren noch so im Rausch und bekamen ihre Birken nur mit fremder Hilfe und Scheinwerferlicht nach Haus.

Ein Bursche war vom Birke holen so benommen und ist zum Kutsche schmücken gar nicht gekommen.

 

Am Sonntagmorgen stellten wir mit Schrecken fest es hat sich in der Nacht jemand an unserer Tanne zu schaffen gemacht. Zum Glück verstanden sie das Handwerk nicht so wie wir, sonst stände unsere Tanne nicht mehr hier.

 

Zum Umzuge dann zogen wir uns alle festlich an. Wie immer so auch in diesem Jahr stellten wir eine kleine Pferdeschar. Die Eichsfelder Musikkapelle war bei jedem Ständchen zur Stelle.

 

Bei unserer Mittagspause hatten wir nicht viel Zeit, denn unser weg war noch sehr weit. Die Ständchen haben sicher gut gefallen denn wir bekamen reichlich Lob und Gaben von allen. Dieses Jahr brachten wir unsere Pferde nicht so pünktlich nach Haus und ein Vorstandsbursche kam zum Rausmarsch nicht rechtzeitig heraus.

 

Bei Musik war am Abend noch viel los, die Stimmung der Gäste war grandios. Wie immer war der Platz auf dem Saal recht knapp bemessen darum haben wir auf der Galerie gesessen. Schon eine Stunde nach Beginn legte sich ein Bursche zum schlafen hin.

 

Der Montagmorgen fing für den Vorstand schon um sieben an, denn sie mussten zum schienen an die Tanne ran.

Zum Frühschoppen war die Stimmung wieder riesengroß, denn alle fanden ihn ganz famos. Es ging richtig lustig zu und wir leerten manches Glas im nu.

 

 

Auch zum Abendschmaus blieb keiner zu Haus. Manch Bursche war vom Frühschoppen noch so gut drauf, drum hörte das Lachen bei Sissi nicht auf und zum Rausmarsch von der Schenke zum Saale dann, stimmten wir ein schönes Liedchen an.

 

Zur Nachfeier ging es wieder mächtig rund und es wurde gefeiert bis zur Abendstund. Bei Sissi und bei gemütlichen Plausch klang für uns das Pfingstfest so langsam aus. Alles in allem kann ich wohl sagen, wir haben das Pfingstfest wie immer recht gut vertragen.

 

Vielen Dank Metallbau BÜCHNER und Metallbau SCHWARZKOPF der Agrargenossenschaft dem Bestattungsinstitit Wicki den Altburschen sowie der Kapelle, den Burschenvätern auf alle Fälle kurz jedem dem hier Dank gebührt fühle sich hiermit geehrt.

 

Bevor wir gleich das Tanzbein schwingen wolln den Maibaum wir zu Falle bringen. Vor Wochen stand er noch in voller Pracht, niemand hat an sein Ende gedacht.

Nach altem Brauch hilft ihm auch kein Sträuben, er muss sich dem Axtschlag der Pfingstburschen beugen. Im nächsten Jahr werden wir wieder vereint hier stehn und an seiner Stelle einen noch schöneren sehn.

 

Last nun fröhlich die Musik erschallen, unser Maibaum er soll fallen.

(Sägen)

 

 

THE END