Polenstädtchen

 

In einem Polenstädtchen, da wohnte einst ein Mädchen.

Sie war so schön, so wunderschön.

Sie war das allerschönste Kind ,daß man in Polen find,

aber nein, aber nein sprach sie, ich küsse nie.

 

Ich lud sie ein zum Tanze, da fiel aus ihrem Kranze

ein Röslein rot, ein Röslein rot.

Ich hob es auf von ihrem Fuß und bat um einen Kuß,

aber nein, aber nein sprach sie, ich küsse nie.

 

Und als der Tanz zu Ende, reicht sie mir beide Hände

und sprach zu mir, und sprach zu mir:

So nimm du deutscher Kavalier den ersten Kuß von mir,

vergiß Maruschka nicht, das Polenkind.

 

Und unter einer Eiche, da fand man ihre Leiche,

sie war so schön, so wunderschön.

Sie hielt ´nen Zettel in  der Hand, worauf geschrieben stand:

Ich hab´s einmal probiert und bin krepiert.

 

Und eine Eiche weiter, da lag ein Stabsgefreiter,

er war so tot, so mausetot.

Er hielt ´nen Zettel in der Hand, worauf geschrieben stand:

Ich hab gesoffen wie ein Stier, nun lieg ich hier.